Wie werden Läuse übertragen?

Läuse werden von Mensch zu Mensch übertragen. Ansteckungsgefahr besteht überall dort, wo die Köpfe nahe genug beieinander sind. Auch durch Gegenstände, die mit Haaren in Kontakt stehen, können Sie sich in Ausnahmefällen "anstecken".


Wie erkenne ich Läuse?

Zunächst am ständigen Jucken und sich kratzen. Sie erkennen Läuse bei guter Beleuchtung mit bloßem Auge oder mit Hilfe einer Lupe. Dabei wird das Haar strähnenweise gescheitelt und untersucht.
Läuse sind etwa 3 mm lange, graue oder hellbraune Insekten mit 6 Beinen. Bei der Untersuchung krabbeln die Läuse meist davon, können aber nicht springen oder fliegen.
Lauseier, meist als "Nissen" bezeichnet, sind 1 mm große, weißliche Verdickungen in der Nähe der Kopfhaut. Sie ähneln kleinen Knospen. Anders als Schppen haften Sie fest am Haar und sind durch normales Kämmen nicht abzustreifen. Läuse und Nissen finden sich bevorzugt in der Schläfen-, Ohren- und Nackengegend.
Aus den Eiern schlüpfen nach 7 bis 10 Tagen die Larven, die ihrerseits nach weiteren 7 bis 10 Tagen geschlechtsreif sind und selbst wieder Eier legen.
Die einzige Nahrung der Läuse ist das Blut ihres Wirtes. Die Parasiten saugen im Abstand von einigen Stunden an der Kopfhaut. Läuse haben in ihrem Speichel eine betäubende Substanz - der Stich bleibt so zunächst unbemerkt, verursacht später jedoch einen lästigen Juckreiz.

 

Was mache ich bei Läusen?

Man sollte möglichst schnell mit der Behandlung beginnen, also schnell zum Arzt oder in ihre Apotheke. Weisen Sie uns in der Apotheke bitte auf eine Schwangerschaft oder Stillzeit hin, denn nicht alle Mittel dürfen in diesem Falle angewendet werden. Dies gilt auch bei der Behandlung von Säuglingen. Es gibt verschiedene wirksame Mittel zur Behandlung von Läusen:
Shampoos zum Waschen, Lösungen zum Einmassieren, Sprays zum Einreiben der Haare
Je nach Mittel liegt die Einwirkzeit zwischen 5 - 30 Minuten. Wichtig ist dann das Auskämmen der Haare, da meist nicht alle Nissen abgetötet, bzw. in ihrem Entwicklungszyklus unterbrochen werden. Dazu benötigen Sie einen speziellen Nissenkamm mit engmaschigen Zinken, den Sie bei uns erhalten. Kleiner Tipp: Wenn Sie langes Haar vor dem Auskämmen mit einer Spülung aus einem Teil Essig und zwei Teilen Wasser behandeln, geht das Kämmen leichter.
Wenn man die Behandlung beendet hat, ist es wichtig nach 2 Tagen eine Kontrolle durchzuführen. Kämmen Sie die Haare erneut durch. Finden Sie noch Läuse oder Nissen, muß die Behandlung wiederholt werden. Kontrollieren Sie bis zu 8 Tagen nach der letzten Behandlung regelmässig die Haare.

 

Was noch wichtig ist:

Es gibt keinen Grund sich zu schämen. Egal, ob peinlich sauber oder "Schmutzfink": Jeder kann Läuse bekommen. Häufiges Haarwaschen gibt nur besonders saubere Läuse.

 

Freunde und Familie

Informieren und untersuchen Sie gründlich alle Personen, die in letzter Zeit engen Kontakt zu der/dem Betroffenen hatten. Behandeln Sie bei dem Verdacht auf Befall diese Personen ebenfalls.

 

Kontrolle nach der Behandlung

Kontrollieren Sie nach der Behandlung alle 2 Tage. Finden Sie lebende Läuse, ist eine zweite Behandlung erforderlich. Oft überleben einige der noch nicht geschlüpften Larven durch den Schutz der Eihülle. Spätestens nach 8 Tagen sind diese geschlüpft. Dies ist der beste Zeitpunkt für eine eventuelle Zweitbehandlung.

 

Immer noch Nissen?

Sind noch Nissen im Haar, heißt es nicht, dass die Behandlung fehlgeschlagen ist. Leere oder abgetötete Nissen haften genauso fest am Haar wie lebende. Ihre Beseitigung gelingt nur mit Hilfe eines Nissenkamms und ist auch dann noch sehr zeitaufwendig.

 

Einen Arzt sollten Sie hinzuziehen, wenn ....

der erste Behandlungsversuch misslungen ist,
ein Säugling oder Kleinkind sowie Schwangere oder Stillende betroffen sind,
die Haut bereits stark aufgekratzt ode entzündet ist oder
bereits eine andere Hauterkrankung vorliegt.

 

Was können Sie sonst noch tun?

Auch Gegenstände können verlaust sein. Deshalb kann auch nach erfolgreicher Behandlung die Plage von vorne beginnen.

 

Gegenstände von Läusen befreien:

Lagern im verschlossenen Plastiksack über mindestens 2 Wochen im Warmen (Läuse verhungern nach 1-2 Tagen), Nissen überleben erheblich länger), Erhitzen oder Waschen bei 60°C, Tiefkühlen auf -20°C für 2 Tage.
Betroffen sein können Kleidung, Handtücher, Bettwäsche und -laken, Polstermöbel und Autositze, Kämme und Bürsten, Kuscheltiere


Nimmt die Plage in der Kindergartengruppe oder in der Schulklasse kein Ende, ist meist ein unentdeckter Läuseträger die Ursache. Dann hilft nur die gleichzeitige Behandlung aller Kinder einer Gruppe. Weitere Maßnahmen sind meist unnötig.


 

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INHABER DR. RER. NAT. CARL GERHARD SPILCKE-LISS