Alle Tees stammen von derselben Pflanzenart, dem Teestrauch Camellia sinensis. Je nach Anbaugebiet und Verarbeitung entstehen die verschiedenen Teesorten. Die meisten Menschen in Europa bevorzugen schwarzen Tee, der sich durch einen Gärprozess bildet. Nach der Ernte rollt eine Maschine die Blätter, bis sie aufbrechen und Pflanzensaft austritt. Die Enzyme in dem Sud vergären das Blattwerk innerhalb weniger Stunden, wobei es sich dunkelbraun verfärbt. Diese Fermentation verändert das Aroma und löst Koffein aus seiner Bindung mit Gerbstoffen, so dass der Körper den anregenden Stoff leichter aufnehmen kann. Schwarzer Tee wirkt deshalb anregender als die anderen Sorten.


Die beliebtesten Schwarztees:

Ceylon - der kupferrote Tee stammt aus dem Inselstaat Sri Lanka. Viele Europäer mögen Milch, Sahne oder Zucker in diesem herzhaften Tee.
Assam - die sehr herbe Sorte kommt aus dem gleichnamigen indischen Bundesstaat. Er bildet einen dunkelbraunen Sud. Sahne und Milch nehmen ihm seine Schärfe.
Darjeeling - gilt als edelster Schwarztee. Er wächst in einem Hochtal im indischen Teil des Himalaya. Seine feinen Blätter ergeben einen goldgelben und sehr milden Aufguss. Kenner nehmen für ihn weder Milch noch Zucker: Beide würden die sehr feinen Geschmacksnuancen zerstören.

 

Grüner Tee - der ursprünglichste Tee

Er wird nicht fermentiert, sondern gleich nach der Ernte getrocknet - so bleibt die grüne Blattfärbung erhalten. Der Aufguss leuchtet gelb. Lange Zeit galt er in China als Heilmittel zur Stärkung und Anregung. Die Fermentation entdeckten die Chinesen erst viele Jahrhunderte später, um die verderbliche Handelsware haltbarer zu machen. Zu den beliebten grünen Sorten zählt der
Gunpowder ("Schießpulver") - schmeckt sehr herb und etwas bitter. Seine zusammengerollten Blätter ähneln Schrotkörnern – daher der Name.
Chun Mee - entfaltet einen milderen, feinherben Geschmack.
Bancha - sein frischse Aroma hinterlässt einen leicht süßlichen Nachgeschmack; für ihn spricht sein niedriger Koffeingehalt.
Oolong-Tee wird nur halb fermentiert.
Er entsteht, indem der Gärprozess vorzeitig beendet wird. Oolong schmeckt mild bis malzig und enthält wenig Koffein. Grünen und Oolong-Tee sollten Sie ohne Milch und Zucker trinken.
Belebend oder beruhigend: auf die Zeit kommt"s an
Je nach Ziehzeit kann Tee anregen oder beruhigen. In den ersten drei Minuten löst sich viel Koffein aus den Blättern, der Trunk wirkt belebend. Die anregende Wirkung tritt schonender ein als beim Kaffee: Koffein aus Tee nimmt der Körper langsamer auf. Nach drei Minuten Ziehzeit geben die Teeblätter vor allem Gerbstoffe ab – der Tee entspannt und beruhigt, schmeckt aber bitterer.

 

Die Qualität des Wassers:

mit ihr steht und fällt das Gelingen eines aromatischen Aufgusses. Zu hartes Wasser macht selbst den edelsten Tee zur trüben, schalen Brühe. Lediglich herbe und kräftige Teesorten wie Assam oder Ceylon vertragen kalkhaltiges Wasser, nicht jedoch milde Sorten wie Darjeeling oder Oolong. Durch kurzes Abkochen senken Sie den Kalkgehalt des Wassers. Reicht das nicht aus oder schmeckt Ihr Leitungswasser nach Chlor, können Sie stilles Mineralwasser mit wenig Kalzium verwenden.
Die richtige Temperatur: Gießen Sie Schwarztee mit kochendem Wasser auf. Grüntee wird dagegen bei so viel Hitze bitter – er gelingt am besten bei etwa 70 Grad. Lassen Sie das Wasser nach dem Aufkochen einfach fünf bis zehn Minuten stehen. Oolong-Tee schmeckt am besten mit etwa 90 Grad heißem Wasser.
Beutel und Filter. Der wahre Genießer verachtet Teebeutel. Darin enthaltene staubfeine Blattteile lassen den Aufguss zu stark oder bitter werden. Beim Aufbrühen müssen sich die Blätter möglichst frei im Wasser bewegen können. Deshalb eignen sich auch keine zu kleinen Filter, die die Teeblättern nicht richtig quellen lassen - zum Beispiel Tee-Ei und -Löffel. Große Teezangen und Stahlsiebe hingegen gewähren genügend Freiraum. Das gilt auch für Baumwoll-Netze. Da sie jedoch den Geschmack des Tees annehmen, sollten Sie für jede Sorte ein eigenes Netz verwenden. Ebenfalls empfehlenswert sind Papierfilter mit Filterhalter oder -zange. Wählen Sie einen möglichst großen Papierfilter. Filtereinsätze in Kannen sind zwar dekorativ, aber unbrauchbar: Allzu leicht verstopfen die Blätter die wenigen Öffnungen.

 

„Zwei-Kannen-Methode“:

sie liefert den besten Tee ganz ohne Filter. Geben Sie die Teeblätter lose in eine Kanne und gießen heißes Wasser darauf. Hat das Gebräu lang genug gezogen, schütten Sie es durch ein feines Sieb in eine zweite, vorgewärmte Kanne. Grünen Tee können Sie zwei- bis dreimal aufgießen. Gerät der erste Auszug zu bitter, schütten Sie ihn weg und trinken erst den zweiten - denn dieser schmeckt deutlich milder und enthält auch weniger Koffein. Oolong-Tee verträgt bis zu vier Aufgüsse, gute Sorten sogar bis zu zehn. Dabei dürfen die Blätter nicht zu lange im Wasser bleiben. Setzen Sie den nächsten Aufguss möglichst an, bevor die Blätter einzutrocknen beginnen.

 

Die japanische Tee-Zeremonie

In Tausenden von Jahren Teekultur entwickelte sich eine Philosophie des entspannten Genießens. Anders als beim Kaffee, dem Sinnbild hektischer Umtriebigkeit, braucht es zum wahren Teegenuss Zeit - wie etwa bei der japanischen Zeremonie: Mit viel Muße und nach einer ritualisierten Choreographie bereitet hier der Gastgeber einen kräftigen Grüntee, den er anschließend gemeinsam mit seinen Gästen trinkt. Auch wenn es nicht nötig ist, dieser zeitraubenden Prozedur nachzuefern: Das Zubereiten und Trinken von Tee bringt Ruhe in Ihren Alltag. Schon das Aufbrühen ist ein sinnliches Ereignis. Wenn die Blätter knistern, das Wasser gluckst und sprudelt, die quellenden Blätter leicht Sirren und der würzige Duft in die Nase steigt. So ist der Geist bereits entspannt, noch bevor der erste Schluck wohlig auf der Zunge schaukelt - die beste Voraussetzung, um die Köstlichkeit aus Asien richtig zu genießen.

 

(Quelle: Apothekenmagazin "Gesundheit")

 

 

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INHABER DR. RER. NAT. CARL GERHARD SPILCKE-LISS