FSME - die Zeckenkrankheit

Schon ein Zeckenstich kann den FSME-Erreger übertragen. FSME ist eine Viruserkrankung, die schwere Komplikationen, wie Gehirnentzündungen verursacht. Trotz ihres Namens kann sie das ganze Jahr über gefährlich werden.
Verbreitet ist das FMSE-Virus in Risikogebieten (sog. Endemiegebieten) Europas. In Deutschland kommt es hauptsächlich in Bayern, Baden-Württemberg und vereinzelt in Hessen und Rheinland-Pfalz vor. Das FSME-Risiko ist für Bewohner wie für Urlauber in diesen Gebieten gleichermaßen hoch. Vorsicht auch bei kurzen Pausen auf Autobahnraststätten in Endemiegebieten.
In 1-2 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. 10 Prozent der Erkrankten tragen bleibende Schäden wie Lähmungen davon. Damit ist FSME mindestens so gefährlich wie Polio.
Bis heute lässt sich FSME ursächlich nicht behandeln. Deshalb ist eine vorsorgliche FSME-Impfung so wichtig.

Nicht ohne Impfschutz nach Süddeutschland

Zecken halten sich vor allem in Sträuchern, dicht stehenden Gräsern sowie im Unterholz bis maximal 1,5 m über dem Erdboden auf. Deshalb ist die Gefahr gestochen zu werden in Laub- und Mischwäldern, an Wegrändern sowie in Gärten und Parkanlagen besonders groß.
Die hohe Ansteckungsgefahr im Frühsommer hängt mit der hohen Aktivität der Zecken von April bis Juli zusammen. Und damit, dass sich Menschen vermehrt in leichter Kleidung im Freien aufhalten. Man kann jedoch auch schon im März und auch noch spät im Oktober an der Frühsommer-Meningo-Enzephalitis erkranken.
Besonders gefährdet ist, wer in einem Risikogebiet lebt und wer sich oft im Freien aufhält. Also Wanderer, Radfahrer, Camper oder Kinder. Eins ist sicher: In Deutschland ist die Anzahl der FSME-Risikogebiete in den letzten Jahren gestiegen.

Risiko auch außerhalb Deutschlands

Auch im osteuropäischen Raum ist die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) seit den 40er-Jahren bekannt. Sie hat dort in früheren Jahren während der Sommermonate zu einer großen Zahl von Gehirn- und Hirnhautentzündungen geführt.
Hier tritt FSME gehäuft auf:
Österreich, Ungarn vor allem im Bereich des Plattensees, Polen, die Tschechische und die Slowakische Republik, Russland, Litauen, Lettland, Estland, Skandinavien - insbesondere in Teilen der Ostseeküste von Südschweden und Finnland einschließlich vorgelagerter Inseln, Albanien und das ehemalige Jugoslawien.
Es gilt die Faustregel: Je weiter man nach Osten kommt, desto höher ist das FSME-Risiko.
Beim Aufenthalt in diesen Gebieten, auch bei der Durchfahrt mit Pausen im Freien, besteht immer erhöhte Gefahr.

Vorbeugen durch Impfung

Nach der Infektion: Keine Impfung, sondern Verabreichung von speziellen Antikörpern (Immunglobuline). Bis zu 96 Stunden nach einem Zeckenstich können bei Jugendlichen und Erwachsenen Antikörper (Immunglobuline) gespritzt werden.
Vorbeugende Impfung: Wer einen schnellen Schutz braucht, kann sich nach dem Schnellimmunisierungs-Schema durch eine dreimalige Impfung grundimmunisieren lassen: an den Tagen 1, 7 und 21
Vorausschauende können sich nach dem Langzeit-Schema dreimalig impfen lassen: an den Tagen 1, 28 und 300
Auffrischungen: Beim Schnellimmunisierungs-Schema nach 12 bis 18 Monaten, danach alle drei bis fünf Jahre; beim Langzeit-Schema alle drei Jahre.
Der Hausarzt nimmt diese Impfungen vor.

Wo erhalte ich weitere Informationen?

Ihr Arzt und Ihr Apotheker beraten Sie zu allen Fragen der FSME-Impfung und Borreliose-Therapie gerne weiter. Aktuelle Informationen zum Thema Zecken können Sie im Internet abrufen: www.zecke.de

 

 

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INHABER DR. RER. NAT. CARL GERHARD SPILCKE-LISS